Diese Seite wird gemeinsam vom Fanprojekt und vom FCC Supporters Club - der Fanabteilung im FC Carl Zeiss Jena e.V. betrieben.
Vorschläge, Kritiken und vor allem Beiträge anderer Fans sind jederzeit willkommen.
Die Zeit: JENA REPORT von Christoph Dieckmann
JENA REPORT, 1.Folge
Zu Besuch in Liga 4
Saisonschluß Frühjahr 2001. Fußball – Deutschland trägt Trauer. Der FC Carl Zeiss Jena, der uneinholbare Champion der ewigen DDR – Tabelle, der Meister von 1963, 1968 und 1970, der Europapokal – Finalist 1981, ist in die 4. Liga abgestiegen.
Die Zeit bleibt treu. Alle 14 Tage: Der Jena – Report von unserem Carl – Zeiss – Korrespondenten
Saisonstart Oberliga Nordost, Staffel Süd. Jena beim Superaufsteiger Wacker 07 Gotha(21 Punkte Vorsprung, 8 Gegentore im ganzen Jahr, letzter Test 1:1 gegen Malta). 3100 Zuschauer im Volksparkstadion, Gothaer Bürgertum zwischen starken Zeiss – Verbänden und Horden jeanafeindlicher Erfurter. Üble Chöre: WIR WOLLEN KEINE JENA _ SCHWEINE! Souveräne Antwort: EUERE ELTERN SIND GESCHWISTER! Kurz vor dem Anpfiff platzte der Himmel und flutete die Welt. Lautsprechergebete: HERR, ERBARME DICH UND STOPPE DIESEN REGEN! Umsonst. Das war kein Fußball, das war Schwimmen in offener See. Jena, überlegen, spielte 80 Minuten Wasserschach, bis der famose Stefan Treitl zum 1:0 eindrosch. Danach entsetzliche Szenen vor dem Jenaer Tor. Abpfiff, Sieg, Glück.
Eine neue Liga ist wie ein neues Leben.
Erster Spitzenreiter: der VfB Leipzig. Jena belegt vorerst den sechsten Platz.
Christoph Dieckmann
JENA REPORT, 2.Folge
Albtraums Ende
Fußball-Deutschland trägt Trauer. Der FC Carl Zeiss Jena, der uneinholbare Champion der ewigen DDR-Tabelle, der Meister von 1963, 1968 und 1970, der Europapokal-Finalist 1981, ist in die 4. Liga abgestiegen. Die ZEIT bleibt treu. Alle 14 Tage: Der Jena-Report von unserem Carl-Zeiss-Korrespondenten
Urlaub in Bastia, an Korsikas Ostgestade. Hier hat der FC Carl Zeiss Jena 1978 im Europapokal-Viertelfinale einen unvergesslichen Auftritt hingelegt. Der blutjunge Jürgen Raab köpfte zwei Tore. Die Korsen schäumten.
Wohl nur Jürgens Beheimatung im sozialistischen Lager rettete ihn vor der Vendetta, der korsischen Klappmesser-Justiz, aber die Boule-Spieler am Hafen und die alten Pastis-Trinker im Café Du Centre raunen immer noch glutäugig von »Le Raab«. Aus purem Selbstschutz erlaubte Jena damals dem SEC Bastia sieben Treffer. Jetzt zog der Carl-Zeiss-Reporter nach dem 5 : 0 gegen Braunsbedra als Nordost-Oberliga-Spitzenreiter in Bastia ein. Und dann scholl aus der Heimat die Kunde von Jenas glücklichem 1 : 0 beim Halleschen FC Chemie. Torschütze: die Ostlegende Olaf Holetschek. Darauf Pietra, das Kastanienbier!
Bastia: ein Zeiss-Trauma zerstob im tyrrhenischen Wind.
Christoph Dieckmann
Die Zeit: JENA REPORT von Christoph Dieckmann
JENA REPORT, 3.Folge
Besser als England
Großes Wochenende für Hoyerswerda: Das Stadt- und Brunnenfest verregnete, das Modern-Talking-Konzert fiel ins Wasser, doch am Sonntag kam der FC Carl Zeiss Jena. Der hatte am 4. Spieltag Stahl Riesa 1 : 0 geschlagen und war somit Deutschlands einziger Verein ohne Verlustpunkt und Gegentor. 834 Zuschauer überfüllten das Jahnstadion, eine Stätte echten Biers und guter Musik (»Flimmerndes Herz«, »Drei weiße Tauben«, »Komm wir fahrn nach Amsterdam, ich weiß, dass uns nichts passieren kann«). Jena begann pomadig und führte zur Halbzeit durch ein Stochertor von Jovic. Jetzt wehrte sich der FSV Hoyerswerda (alias Aktivist Schwarze Pumpe). 54. Minute: Ausgleich durch herrlichen Flugkopfball von Libero Vejprava. »Aida«-Triumphmarsch, dann die Stadionhymne »Ja das geht ab wie Schmidts Katze«. 56. Minute: Rot für Jenas Regisseur Hempel nach dauernden Stänkerfouls. In Unterzahl dreht Jena auf. Saraba und Holetschek veredeln Freistöße zum 1 : 3. Als auch FSV-Kapitän Rettig Rot sieht, brechen die Gastgeber ein.
Jovic und Hauser treffen nach klassischen Kontern, und in der 88. Minute drischt Holetschek einen 25Meter-Freistoß in den rechten Dreiangel. Abschuss und Einschlag waren eins. Abpfiff, Platzsturm. 1 : 6, das toppte das England-Spiel. Ihr seid Erster, wir sind am Arsch, sprach am Bahnhofskiosk ein zerstörter Hoywoy-Fan. Und nu gibste mir mal 'n Ostbier aus.
Christoph Dieckmann
